----- Original Message -----
From: Dr. Gero Jenner
To: erhardtkaminski@gmx.de
Sent: Monday, April 04, 2011 11:06 AM
Subject: Götz Werner und das bedingungslose Grundeinkommen





Am 04.04.2011 um 13:55 schrieb Ralph Boes:

 

 

Götz Werner – der Rattenfänger mit dem Evangelium für die Armen im Geiste
 
von Gero Jenner (3. April 2011)
 
Gleich einer der ersten Sätze aus dem 1000-Euro Buch ist entlarvend: Er wendet sich an die Halbgebildeten und solche, die es noch werden wollen. „Die erste Überlieferung einer Trennung von Arbeit und Einkommen findet sich in der Verfassung Spartas“ (S. 21). Jawohl, da wurden in einem Staat, schlimmer als die Gaddafi-Diktatur, Arbeit und Einkommen in der Tat sehr strikt getrennt. Mit unerbittlicher Härte niedergehaltene und ausgebeutete Untermenschen, die nahezu rechtlosen Heloten, durften die ganze Arbeit für die Herrenmenschen verrichten. Diese kamen dadurch in den Genuss eines bedingungslosen Grundeinkommens, von dem sie sehr bequem leben konnten.
 
Ich will Herrn Werner nicht unterstellen, dass er ähnliche Zustände für
Deutschland herbeisehnt, aber es ist keine Unterstellung, wenn man zu
ähnlichen Schlüssen gelangt, sobald man seine betörende Vision im Hinblick auf ihre Folgen und Voraussetzungen analysiert. Denn irgendwer muss das bedingungslose Grundeinkommen ja bezahlen! Wer es als Arbeitsloser bezieht, kommt dafür von vornherein nicht in Frage. Die Vermögenden aber auch nicht. Denn Werner will „auch nicht [die übermäßigen] Vermögen abschaffen,“ zumal im Grunde „sein [eigener] Reichtum allein ein virtueller ist“ (S. 246). Dass aus virtuellem Reichtum ein ganzer realer und gewaltiger Zins- und Dividendenstrom fließt: leistungsloses Einkommen, erwirtschaftet durch die Heloten an der Basis, wird mit keinem Worte erwähnt.

Wer bleibt also als Lastesel übrig, um die schöne Neue Welt der Wernerschen Vision zu finanzieren? Wer sind für ihn die Heloten unserer Zeit? Das sind all jene Menschen, die heute noch eine Arbeit haben, vor allem der Mittelstand - Menschen, die immer härter arbeiten müssen und immer stärker zur Kasse gebeten werden, und deren Zahl zudem in stetem Rückgang begriffen ist.

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Herr Werner ist ein Charismatiker der halben und allzu einfachen Wahrheit. So sieht er denn auch das Ende der Erwerbsarbeit nahen, wo wir alle nur noch ehrenamtliche Tätigkeiten verrichten. Er verrät uns nicht, wer dann noch das bedingungslose Grundeinkommen finanziert. Aber stimmt denn die von Jeremy Rifkin entlehnte Behauptung, dass wir in Zukunft mit immer weniger bezahlter Arbeit zu rechnen haben?


 

Antwort einer hirnlosen Ratte ;-)

 

Sehr geehrter Herr Dr. Jenner -

 

der Artikel ist noch unausgegoren - der Stil ist noch nicht erkenntnisfördernd, sondern noch etwas überheblich und pubertär -
aber Danke schon einmal für "die Armen im Geiste" -
von einem gewissen Standpunkt aus darf das durchaus als Lob betrachtet werden - s.u.
 
Ich habe rot unten hineingeschrieben.
Mit freundlichem Gruß,
Ralph Boes
 
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Sehr schwerer Fehler! -

Götz Werner macht die Konsumsteuer zur tragenden Basis des Grundeinkommens. Wer konsumiert wird also belastet, nicht wer arbeitet!


Ja, sie stimmt, wenn man die Hauptursache für diesen Abbau, die neoliberale Politik der zwei vergangenen Jahrzehnte, auch in Zukunft weiter verfolgt. Für Deutschlands große Anleger lohnt es sich nicht länger, in unserem Land produzieren zu lassen. Die Renditen sind zu gering, weil die deutschen Beschäftigten nun einmal einen angemessenen Anteil am volkswirtschaftlichen Kuchen verlangen. 

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Die reichsten Deutschen investieren ihr Geld daher lieber in Billiglohnländer. Dort sind die Heloten gefügiger. Wenn die reichsten fünf Prozent aber dennoch bereit sind, zu Hause zu investieren, dann sollen die Löhne möglichst niedrig, die Einkommen aus investiertem Kapital dagegen so hoch wie nur möglich sein. So wurde die Produktion um jeden Preis automatisiert und Arbeitsplätze verdrängt.
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Doch das Hauptübel liegt nicht einmal in dieser Automation, viel davon ist echter technologischer Fortschritt. Das Hauptübel liegt in den hohen Zins- und Dividendenansprüchen des Geldkapitals und dem unablässigen Druck, das letzteres auf die Unternehmen ausübt, um deren Aktienkurse zu steigern und damit die Ansprüche auf steigende Renditen zu erfüllen. Dieser Druck sorgt dafür, dass ein gewaltiger Strom aus leistungslosem Einkommen die Vermögen der oberen fünf Prozent zu phantastischen Proportionen aufblähen konnte. Genau deswegen bleibt für die Heloten eben immer weniger übrig. Dies sind die Tatsachen, die Herr Werner, dieser unermüdliche Lobbyist des großen Geldes, geflissentlich unterschlägt.
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Wäre gut, sie würden ihn auch erhalten!

 

 

 

 

 

 

Nicht nur die bösen Unternehmer sind schuld, sondern auch die bösen Kunden, die sich den Genuss von billigen Produkten leisten.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ist doch schön, wenn auch für SIE noch etwas übrig bleibt, was SIE besprechen können - und Sie haben ja auf IHREM Felde durchaus Recht.
Götz Werner hat sich allerdings nicht auf IHR Thema, sondern auf sein eigenes spezialisiert. Das ist ihm wohl nicht vorzuwerfen

Immerhin gibt es andere, die auch dieser Schicht zugehören, aber keine Hemmungen haben, solche Wahrheiten ungeschminkt auszusprechen. Den Millionären, die ihr Geld bei der Deutschen Bank anzulegen bereit sind, versprach Herr Ackermann eine Rendite von 25%. 
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Im Unterschied zu Herrn Werner, der sich selbst wegen seines leider nur virtuellen Vermögens zu bemitleiden scheint, macht der Bankgewaltige gar kein    Hehl daraus, dass er einen gewaltigen Strom aus leistungslosem Einkommen kreiert. Das ist nicht nur ein bedingungsloses Einkommen für die Superreichen, sondern es ist noch dazu eines, das sich selbst unablässig vermehrt: Aus sehr viel Geld wird immer noch mehr und mehr Geld. Unsere soziale Marktwirtschaft, die sich einst rühmte, die Leistung und nur diese zu honorieren, ist inzwischen weitgehend umgepolt. Wer zu der kleinen, aber ökonomisch und politisch tonangebenden Schicht von Hochprivilegierten gehört, über dem schüttet sie ihr Himmelsmanna von bedingungs- und leistungslosem Einkommen aus. Kein Wort zu diesen Fakten finden wir in dem ansonsten so geschwätzigen 1000-Euro-Buch von Herrn Werner. 
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Die Vision eines bedingungslosen Einkommens für alle Menschen ist schön. Ich glaube auch, dass Herr Werner im Recht sein könnte, wenn er meint, dass aus ihrer Verwirklichung keine Schmälerung der Leistungsbereitschaft hervorgehen muss. Meiner eigenen in Wohlstand und Armut vertretenen Auffassung, die in wenig gefälliger Art die Gewährung einer Grundsicherung von der Bedürftigkeit    abhängig macht, werde ich diese schöne Idee als Alternative entgegenstellen. Sie hat es zumindest verdient, versuchsweise eingeführt zu werden.
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DM arbeitet mit einer Gewinnmarge von 1% - Welche Wahrheit sollte G.W. da auszusprechen haben?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie gesagt: G.W erklärt nicht IHRE Gedanken, sondern seine eigenen.
Was SIE sagen, ist bereits so sehr bekannt, dass es auch einmal übergangen werden darf, wo etwas wirklich NEUES zur Debatte steht.
 

 

 

 

Hoppla: Gehören Sie jetzt etwa auch zu den Armen im Geiste? Grins 

Allerdings nur, wenn man dann auch klipp und klar den Lastesel nennt, der für die Idee zahlen soll. Herr Werner selbst zieht es ja vor, in diesem Punkt nebelhaft oder unseriös zu werden. Nebelhaft wird er, wenn er behauptet, man dürfe das Problem nicht auf Geld reduzieren, sondern müsse die Güter sehen, um die es dabei ja letztlich gehe.

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Ja, sollen wir denn seinetwegen wieder in die Steinzeit zurück marschieren? Heutzutage werden sämtliche wirtschaftlichen Transaktionen in Geld berechnet und sichtbar gemacht. Wenn die Mittelschicht zum eigentlichen Lastesel für die Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens wird,

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dann nützt es ihr wenig, dass man ihren Beitrag an den von ihr für andere produzierten Gütern bemisst statt an dem Geld, das sie dafür bereitstellen soll. Beides läuft auf ein und dasselbe hinaus

 

Wenn Herr Werner einmal auf die großartig ausladende Geste verzichtet und von der Nebulosität zum konkreten Argument übergeht, dann wird er leider auf der Stelle unseriös. Die Einkommenssteuer will er durch eine entsprechend erhöhte Mehrwertsteuer ersetzen, die dann die Finanzierung des Grundeinkommens ermöglicht. Aber für die Mehrwertsteuer kommen vor allem die Ärmsten und die Mittelschicht auf, also jene, die den größten Teil ihrer Einkommen konsumieren.

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„Man kann davon ausgehen, dass Reiche auch mehr konsumieren, also werden sie auch mehr Steuern zahlen“ (s. 245). Herr Werner, der so gern große Namen zitiert, um sich in ihrem Lichte zu sonnen, sollte wissen, dass schon Keynes diese Behauptung als unwahr entlarvte. Relativ am wenigsten werden jene durch die Mehrwertsteuer belastet, die so viel Einkommen und Vermögen besitzen, dass sie nur einen Bruchteil davon für den Konsum verwenden.
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Wenn es nicht gleich "Klick" beim Leser macht, ist das nicht immer Schuld des Autors! 

 

 

 

 

Achtung: Konsumsteuer! Nicht Einkommenssteuer!
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das stimmt in der heutigen Welt total (!) - In einer reinen Konsumsteuerwelt gilt aber auch das Andere, dass das Einkommen der Reichen halbiert wird. Es gibt nur noch Netto-Einkommen - die schöne Brutto-Erweiterung fällt fort,  s. http://konsumsteuer.blogspot.com/p/4-einwand.html 
 

 

 

 

Kann sein, dass Herrn Werner die in

Ja, das bedingungslose Grundeinkommen ist eine betörend schöne Idee. Wenn eine Vermögenssteuer dafür sorgen würde, dass die Geldmassen in den Händen der oberen fünf Prozent auf einen individuellen Betrag zusammengestutzt werden, der für einen stark gehobenen - meinetwegen auch sehr luxuriösen - Konsum während ihrer ganzen Lebenszeit ausreicht (denn Leistung ist selbstverständlich zu honorieren), dann würden so gewaltige Mittel zusammenkommen, dass die schöne Idee leicht finanzierbar wäre (hierzu meine Ausführungen in der revidierten Fassung des Neuen Fiskalismus). Herr Werner braucht also nur über den eigenen Schatten als einer der reichsten Deutschen zu springen, indem er sich zum Fürsprecher eine solchen Lösung macht, um nicht in den Verdacht der Scheinheiligkeit zu geraten. Zumindest würde man ihm dann lautere Absichten zuerkennen.

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Doch selbst dann ergeben sich Schwierigkeiten. Nehmen wir an, dass es gelänge, die großen Vermögen für diesen Zweck abzuschmelzen. Gehen wir noch einen Schritt weiter, indem wir einen – in meinen Augen keineswegs wünschenswerten – Zustand betrachten, wo alle die vorhandene Arbeit teilen und ziemlich das gleiche Einkommen beziehen. 
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http://konsumsteuer.blogspot.com/p/4-einwand.html 
gezeigte positive Wirkung seiner Konsumsteuer selbst noch nicht so deutlich geworden ist. Ich sollte ihn danach fragen ..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allein durch die Forderung nach einem bedingungslosen 

Grundeinkommen in angemessener Höhe ist er über jeden Verdacht erhaben:
- In ausreichender Höhe ausgegeben gibt das BGE jedem Einzelnen, erst recht den Familien, eine starke finanzielle Basis (das ist schon der erste Teil der Umverteilung)
- mehr noch stärkt es die "Verhandlungsmacht" des "Arbeitnehmers" gegenüber dem "Arbeitgeber", so dass die Möglichkeit zu Ausbeutung und Machtausübung gewaltig schwindet, weil niemand mehr arbeiten muss, wo er nicht will,
- drittens wird man sich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen in ausreichender Höhe auch nicht mehr mit "Mindestlöhnen" abspeisen lassen wollen, sondern auf eine angemessene Gewinnverteilung pochen - und die Umverteilung ist in vollem Gang.
s.: 
http://konsumsteuer.blogspot.com/p/nachwort.html

 

 

 

Das will in der GE-Bewegung NIEMAND 

Also ein Staat der blauen Kittel, wie er unter Mao zeitweise existierte. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde unter dieser Voraussetzung offenbar seinen Sinn einbüßen, denn jeder würde es dann ja mit eigener Arbeit für sich selbst zu bezahlen haben. Er würde mit der linken Hand geben, was er mit der rechten genommen hätte. Selbstverständlich würden die Menschen alsbald zu dem Schluss gelangen, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen nur den Bedürftigen gewährt werden sollte. Mit anderen Worten, würde man genau dort ankommen, wo man heute schon ist: bei einer bedarfsabhängigen Grundsicherung. Herr Werner, dieser grandiose Vereinfacher, hat schlicht übersehen, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen nur dort einen Sinn ergibt, wo eine große und wachsende Kluft zwischen Arm und Reich existiert.
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Falsche Annahmen - falsche Schlüsse!

 

 

 

 

 

 

Gegen die Grund-Ab-sicherung der Privilegierten,

für eine Grundsicherung in sozialer Verantwortung
 
von Gero Jenner (31. März 2011)
 
in einer Zeit unverschuldeter Arbeitslosigkeit ist die Grundsicherung ein ethischer Imperativ. Nur die Hartgesottenen und Gleichgültigen in unserer Gesellschaft widersetzen sich weiterhin dieser Forderung. Aber ist ein bedingungsloses Grundeinkommen nach den Vorstellungen von Götz Werner wirklich die Lösung?
 
Der Kapitalismus des römischen Kaiserreiches sollte uns da als warnendes Beispiel dienen. Eine immens reiche, nur aus wenigen ökonomisch wie politisch herrschenden Familien bestehende Schicht an der Spitze des Staates kaufte sich durch das Almosen der Grundsicherung (panes et circenses) de facto von allen weiteren Verpflichtungen gegenüber dem Gemeinwesen frei.  Die Konzentration des Reichtums konnte aufgrund dieser bewussten Beschwichtigung stetige Fortschritte machen, und zwar bis zur Auflösung des Reichs im fünften Jahrhundert. http://konsumsteuer.blogspot.com/p/nachwort.html Bezahlte Arbeit wäre genug vorhanden gewesen, aber die herrschenden Familien vergaben sie überwiegend an Sklaven, so machten sie sich selbst immer reicher, die Masse der freien Bürger dagegen zunehmend ärmer.
 
Wenn man bedenkt, dass nach Meinung Herrn Werners die Unternehmen nach Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens den Arbeitslohn um die entsprechende Summe vermindern, die Arbeitnehmer in seinen Betrieben bis zum Erreichen dieser Höhe also umsonst arbeiten sollen;

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 wenn man zudem in Betracht zieht, dass er die progressive Einkommensbesteuerung, unter der er als einer der reichsten Männer Deutschlands natürlich zu leiden hat, durch eine entsprechend erhöhte Mehrwertsteuer ersetzen möchte, dann stellt sich doch der Verdacht ein, dass er mit seinem Vorschlag vorrangig den Zweck verfolgt, den Reichtum zu schützen.

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 der eigentlich höchst sinnvollen (und schon von John Stuart Mill befürworteten) Besteuerung des Konsums versteht er nämlich die Mehrwertsteuer. Die aber belastet, wie man weiß, Arm und Reich in gleicher Weise, d.h. sie macht die Armen unserer Gesellschaft noch ärmer und die Reichen noch reicher. 
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Das ist ein schöner Unsinn, den Sie da erzählen -
die Freiheitsidee des GE wäre damit vollständig ausgehebelt - So blöd kann niemand sein, dass er so was fordert!
 
GE ERSETZT nicht Löhne, sondern WÄCHST in die bestehenden Löhne EIN! 
Ich möchte das erklären: 
 
Bei einem hohen Einkommen, sagen wir 5000 Euro, kann es sein, dass ein Grundeinkommen einen Teil des Lohns "ersetzt".
D.h.: Bei GE 1000 Euro würde der Arbeitnehmer 4000 E Lohn plus 1000 E Grundeinkommen beziehen - wenn er mitmacht!
 
Bei einem geringen Einkommen, sagen wir 1000 Euro Lohn, kann das GE den Lohn nicht ersetzen!
Der Arbeitgeber müsste deutlich oben etwas drauflegen, dass der Arbeitnehmer noch zum arbeiten kommt.
Es müssen aber nicht mehr unbedingt die alten 1000 Euro sein.
Denken Sie bitte:
Wenn der AG nur 700 E als Lohn anbieten würde, könnte es da nicht möglich sein, das die Leute wieder arbeiten gehen? Obwohl sie 300 Euro WENIGER Lohn als heute erhalten? 
Sie hätten dann ja 1700 E Einkommen (statt bisher nur 1000)! Zusätzlich sind sie von den finanziellen Nöten ihrer Familienmitglieder entlastet (die haben ja auch ein GE), so dass das Geld ihnen ganz allein gehört!

GE "ersetzt" hier nicht den Lohn, sondern der Lohn kommt deutlich oben drauf - aber GE "wächst" in unserem Beispiel schon mit 300 Euro in den alten Lohn "hinein".

 

 

 

ich habe nie verstanden, wieso man G.W. gerade diesen Vorwurf macht. - Er ist in den herrschenden Verhältnissen zu seinen großen Erfolgen gekommen - Wieso sollte er diese Verhältnisse, deren Klaviatur er anscheinend bestens beherrscht, aus egoistischen Gründen verändern wollen? Und dann noch mit der Idee eines komfortabel ausgestatteten Grundeinkommens, durch welches die Arbeitnehmer sofort auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern sind? 
Wer einseitig profitieren will, ist gerade nicht am BGE und an der Änderung der herrschenden Verhältnisse interessiert !!!
 

 

wie gesagt - dieses Urteil gilt für HEUTE - in einer reinen Konsumsteuerwelt ist ihm aber der Boden entzogen - ich verweise nochmals auf 

http://konsumsteuer.blogspot.com/p/4-einwand.html 

Nicht die oberen fünf Prozent, die in der Bundesrepublik über 40% des Volksvermögens verfügen, sollen für das von ihm vorgeschlagene Grundeinkommen zahlen, sondern die Mehrwertsteuer zahlenden Massen (mit Ausnahme der Einkommenslosen).
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Auch bei uns wäre bezahlte Arbeit genug vorhanden. Aber zum Vorteil der großen Konzerne und ihrer Anteilseigener wurde sie zunehmend ausgelagert und an ihrer fortschreitenden Automatisierung verdienen wiederum in erster Linie die großen Investoren. Die Parallele zu römischen Verhältnissen ist unübersehbar.
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Herr Werner verbindet seine Propaganda für ein bedingungsloses Grundeinkommen mit dem öffentlichen Bekenntnis für die Anthroposophie. Ist den Anthroposophen klar, in welche Richtung sie dadurch von ihm getrieben werden? Würde man seine Vorstellungen realisieren, dann wäre das keine demokratische, sondern eine plutokratische Grundsicherung, also Opium für das Volk – ganz so wie im alten Rom, und noch dazu aus den gleichen Motiven. Denn so werden die Stimmen gegen die weitere Konzentration des Reichtums zum Schweigen gebracht.
 
Dass sich eine deutsche Partei, die dafür bekannt ist, die Interessen der Besserverdienenden zu bedienen, allmählich für das Wernersche Grundeinkommen zu erwärmen beginnt, sollte ein Warnzeichen sein, weil daran zu erkennen ist, dass deren Vertreter die Absicht und Folgen dieses Programms viel besser durchschauen als so mancher blauäugige Enthusiast aus dem linken Lager. Ja, die FDP hat sehr wohl begriffen, dass der Chef der dm-Kette einer der Ihren ist. Herr Götz Werner ist der oberste, umtriebigste, bekannteste und mittlerweile ein geradezu missionarisch auftretender Lobbyist für die oberen fünf Prozent, der sein eigentliches Anliegen aber mit großem Geschick hinter der Fürsorge für die Benachteiligten verbirgt.
 
Gegen diese scheinheilige Armenfürsorge gilt es aufzustehen.
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EINKOMMENSLOSE können keine Steuern zahlen, da sie kein Geld zur Verfügung haben. Erwerbs-Einkommenslose in Zeiten des BGE haben immerhin ein Einkommen von 1000 E monatl. zur Verfügung. Indem sie konsumieren, zahlen auch sie Steuern ein - entweder als Konsumsteuern - oder, wenn es noch Einkommenssteuern gibt, auch diese, indem sie sie über die PREISE zahlen. 

 

 

Es wurde auch damals schon gepupst ... frechgrins

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lieber Herr Dr. Jenner - setzten Sie sich lieber wieder - schlüfen Sie einen schönen Cognac, rauchen sie eine würzige Pfeife - und ärgern sie sich ggf. kräftig über mich ...
Und wenn sie dann ein wenig Abstand haben - denken Sie die Sache neu.
 
Mit einem herzlichen Gruß von jemandem, der - nach ihrer Auffassung "Arm im Geiste" ist (was in der Terminologie der Bibel übrigens nichts anderes als "vorurteilslos" heißt),
Ralph Boes

 

 

 

 

 

 

Antwort von Dr. Jenner auf meine Bemerkungen:



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From: Dr. Gero Jenner
To: Ralph Boes
Sent: Monday, April 04, 2011 4:14 PM
Subject: Re: Antwort einer hirnlosen Ratte ;-)
 
Sehr geehrter Herr Boes,
 
Ihre Antwort ist interessant, der Blog, auf den Sie mich verweisen, noch mehr (http://konsumsteuer.blogspot.com/p/4-einwand.html). Ich stellte nämlich zu meiner Überraschung fest, dass unsere Ansichten gar nicht weit auseinander liegen. Allerdings mit Ausnahme eines entscheidenden Punktes: Die Mehrwertsteuer ist eben keine reine Konsumsteuer - und genau das ist der Pferdefuß, der das Unternehmen von Herrn Götz Werner so zweifelhaft und für einige anrüchig macht. Ersetzen Sie diesen Zwitter durch eine echte Verbrauchssteuer, wie ich es tue, und sorgen Sie für eine Progression damit das Steuersystem wirklich gerecht wird, dann werden wir uns einig und können uns noch gegenseitig Intelligenz bescheinigen können.
 
Mit vielen Grüßen
Gero Jenner

Mein Antwort an Herrn Dr. Jenner:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Jenner -
 
Ihr Entgegenkommen hat mich jetzt sehr gefreut ...
denn es ist tatsächlich so,
- dass wir alle an der Herstellung freiheitlicher Lebens-bedingungen arbeiten wollen, und nicht daran, das bestehende Ausbeutungssystem noch zu verstärken,
- dass dabei jeder aber zunächst von seinem Startpunkt aus losgeht und es daher naturgemäß zunächst zu verschiedenen Nuancen in den jeweiligen Sprech- und Denkweisen kommt,
über die wir uns nach und nach verständigen müssen.
 
Was mich jetzt sehr interessiert, ist der Unterschied zwischen Konsum- und Mehrwertsteuer, den Sie machen ...
Können Sie das kurz umreißen - oder
gibt es einen Link, der die Sache kurz erklärt?

 

Zum Thema der Progression: Im Film Grundeinkommen, der u.a. hier

http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/videos-grundeinkommen.htm
zu sehen ist, gibt es ab der 60sten Minute eine recht ordentliche Darstellung der Finanzierungswirkungen eines konsumsteuer-basierten BGE.
Sie ist teils etwas vereinfacht - aber die Progression durch Grundeinkommen/Konsumsteuer ist ab der 75-sten Minute ziemlich genau erklärt.
 
Die extrem hohen Einkünfte, die es derzeit gibt, sind allerdings nicht angesprochen.
Ich bin aber sicher, dass
1.) die Halbierung der Geldzuläufe bei hohen Arbeitseinkommen 
2.) eine Geldumlaufsicherung (statt Zins und Zinseszins) nach den Grundsätzen von Silvio Gesell
3.) eine Vollgeldreform, wie sie die Monetative vorschlägt
(S. http://www.monetative.de )
die Übel gut beseitigen würde.

 

Mit herzlichem Gruß,
Ralph Boes